Wie finde ich denjenige(n)?

Im ersten Teil haben wir uns mit dem Grundstein des Active Sourcings beschäftigt – der Auftragsklärung. Wie bereits betont, ist die Ansprache eines/einer Kandidat:in ein entscheidender Einflussfaktor. Eine detaillierte Auftragsklärung hilft bei der zielgruppenspezifischen Formulierung und Ausrichtung der Ansprache. Bevor wir uns aber dem Herzstück des Sourcings widmen, ist eine Suchstrategie unabdingbar. 

Doch wie entwickeln wir diese?  

Die bei der Auftragsklärung mit Teammitgliedern und neuen Mitarbeitenden geführten Gespräche helfen uns erste (digitale) Orte zu identifizieren, an denen wir potenzielle Kandidat:innen finden können. Darüber hinaus können neue Mitarbeitende helfen, den Markt besser einschätzen zu lernen, da sie sich erst kürzlich selbst auf der Suche befunden haben. Durch die persönlichen Gespräche lernen wir die Zielgruppe kennen, verstehen ihre „pain points“ und sammeln wichtige Informationen, um unsere Zielgruppe zu finden. 

Nach den Gesprächen ist es ratsam eine Sammlung von Keywords anzulegen. Dadurch können wir Kandidat:innen eindeutig identifizieren. Es ist wichtig, die Worte auf Doppeldeutigkeit zu prüfen. Das kann das Suchergebnis im Nachhinein deutlich beeinflussen. Darüber hinaus empfiehlt es sich auch einmal, um die Ecke zu denken; wem passiert nicht mal ein Tippfehler?  

Mit der Sammlung von Keywords kann dann methodisch mit der Booleschen Logik gearbeitet werden. In den Suchmaschinen lohnt es sich mit den Booleschen Operatoren AND, OR oder NOT zu arbeiten. Allerdings hat jede Suchmaschine seine Eigenheiten, daher sollten wir uns damit vorab vertraut machen. Google beispielsweise ersetzt das NOT durch ein Darüber hinaus bieten Recruiting-Lösungen von Netzwerken oftmals Suchfunktionen wie Skills” oder “derzeitige Position” an. Diese können sehr nützlich sein. Es sollte aber darauf geachtet werden, ob die Suchfunktion nach der inhaltlichen oder nur nach der wörtlichen Bedeutung unserer Keywords sucht. Nicht jede Suchfunktion ist eine semantische Suche und verknüpft Inhalte. Daher kann jemand zum Beispiel “Personaladministration” als Skills hinterlegt haben, wir suchen aber nach “HR-Administration” und erhalten keinen Treffer. Bereits die Schreibweise “HR Administration” und “HR-Administration” kann unterschiedliche Suchergebnisse hervorbringen.  

Die meisten werden mit diesem Wissen ihre Suche bei XING oder LinkedIn beginnen. Daran ist nichts auszusetzen, jedoch sollten wir uns bewusst machen, dass wir damit im selben Teich wie alle anderen fischen. Mit einer originellen Ansprache kann man sich eventuell davon abheben. Aber es gibt auch noch andere Orte, die wir nutzen können: Ich denke dabei an Gruppen in diesen Netzwerken, an andere Netzwerke oder Foren, aber auch an Messen und Veranstaltungen (als Besucher:in)So vielfältig unsere Zielgruppe ist oder anders gesagt so individuell wie unsere Kandidat:innen sind, so individuell sollten wir auch unsere Suche nach ihnen gestalten.  

Denn wo findet man dich am besten? Bei dem, was du liebst!